Sonntag , 19 November 2017
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Wohnungsübergabe

Endlich ist der nervenaufreibende Umzug in die neue Wohnung geschafft. Es wurden schwere Kisten geschleppt und ausgepackt, Wände gestrichen und Möbel aufgebaut. Doch eine Sache steht noch aus: die Wohnungsübergabe der alten Wohnung. Für viele Mieter ist dies ein unangenehmer Termin. Denn obwohl sich die meisten Mieter und Vermieter zuvor gut verstanden haben, kann eine Wohnungsübergabe zu Streit führen und für den Mieter finanzielle Einbußen bei der Kaution oder sogar zusätzliche Kosten bedeuten.

Übergabe: Gemeinsam mit Vermieter Zustand der Wohnung protokollieren

Am sichersten ist es für Mieter, wenn sie gemeinsam mit dem Vermieter den Zustand der Wohnung schriftlich protokollieren. In dem Übergabeprotokoll wird festgehalten, welche Mängel in der Wohnung bestehen oder welcher Raum beispielsweise in einem einwandfreien Zustand ist. Wichtig ist, dass Mieter und Vermieter jeden Raum gemeinsam und am besten bei Tageslicht begehen. Zusätzlich sollten Zählerstände für Wasser, Strom und Gas sowie die Anzahl der Schlüssel, die der Mieter zurückgibt, vermerkt werden. Am Schluss unterzeichnen beide Parteien das Protokoll. Dies senkt das Risiko, dass der Wohnungsinhaber im Nachgang weitere Mängel anbringt. Zudem ist es ratsam, einen Freund als Augenzeugen zur Wohnungsübergabe mitzubringen.

Renovierungsarbeiten: Sind Mieter verpflichtet, die Wohnung zu streichen?

Den größten Streit bei einer Wohnungsübergabe verursachen meistens die Renovierungsarbeiten. Viele Vermieter verlangen von ihren Mietern, dass sie beispielsweise die Wohnung komplett weiß streichen, bevor sie ausziehen. Mieter sollten sich jedoch vorher schlau machen, ob die vertraglichen Forderungen des Wohnungseigentümers überhaupt wirksam sind. Denn in den vergangenen Jahren gab es mehrere gerichtliche Urteile zugunsten von Mietern. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte vor seinem Auszug seinen Mietvertrag von einer Beratungsstelle beispielsweise durch den Mieterschutzbund überprüfen lassen. Dieser kann feststellen, welche vereinbarten Leistungen der Mieter nach seinem Auszug erbringen muss.

Schäden in der Wohnung: Wann dürfen Vermieter die Kaution einbehalten?

Die alte Mietswohnung ist leer und in mühevoller Arbeit geputzt. Plötzlich werden auf dem Laminatboden Kratzer sichtbar, der Fliesenspiegel im Badezimmer sieht aus wie ein Schweizer Käse und der Teppichboden im Eingangsbereich hat ein paar kleine Flecken. Darf der Vermieter deswegen die Kaution einbehalten? Nein, denn es handelt sich in den meisten Fällen um sogenannte Abnutzungsschäden. Zwar müssen ehemalige Bewohner die Wohnung im ursprünglichen Zustand übergeben, aber mit normalen Gebrauchsschäden muss der Besitzer rechnen. Die Kaution muss demnach zuzüglich Zinsen an den Mieter ausgezahlt werden.

Anders verhält es sich, wenn gravierende Schäden wie massive Flecken oder Brandlöcher durch Zigaretten auf dem Teppichboden oder zerkratzte Tapeten durch Katzen entstanden sind. Dann ist es dem Vermieter gestattet, einen Teil der Kaution für Reparaturen einzubehalten. Zudem hat er das Recht, Geld für die noch ausstehende Nebenkostenabrechnung zurückzuhalten. Allerdings darf er die Kaution lediglich für sechs Monate einbehalten.