Donnerstag , 21 September 2017
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Lärmbelästigung

Egal ob Mieter oder Hauseigentümer: Wenn die Nachbarn zu laut Musik hören, feiern oder die Wohnung oder das Haus in eine Baustelle verwandeln, haben sie bestimmte Rechte bei Lärmbelästigung. Wer zur Miete wohnt, kann sich beispielsweise an den Vermieter wenden. Auch die Polizei zu rufen, ist eine Lösung. Manchmal reicht allerdings schon ein klärendes Gespräch mit den Nachbarn aus, um der Ruhestörung ein Ende zu setzen.

Bei Lärmbelästigung zunächst das Gespräch suchen

Wenn es um Lärmbelästigung geht, werden nicht selten Gerichte eingeschaltet. Dabei muss ein Streit unter Nachbarn nicht gleich gerichtlich ausgetragen werden. Als allererstes sollten Mieter versuchen, mit dem Nachbarn über die Lärmbelästigung zu sprechen. Oftmals ist den Personen gar nicht bewusst, wie laut sie beispielsweise Musik hören. Besonders in Mietshäusern mit dünnen Wänden kann es vorkommen, dass selbst bei Zimmerlautstärke deutlich zu hören ist, was im Fernsehen des Nachbarn läuft oder auf dessen Stereoanlage gespielt wird. Unter Zimmerlautstärke sind tagsüber 40 Dezibel und nachts 30 Dezibel zu verstehen.

Welcher Lärm muss hingenommen werden?

Lärm von kleinen Kindern ist meist zu tolerieren, unabhängig davon, wann diese laut sind. Bei älteren Kindern und Jugendlichen gelten dagegen die Ruhezeiten. Diese sind unterschiedlich geregelt. Nachts gelten sie meist zwischen 22 Uhr und 6 Uhr, tagsüber zwischen 12 Uhr und 14 Uhr beziehungsweise 13 Uhr und 15 Uhr.

Neben dem Krach von kleinen Kindern müssen es Verbraucher auch tolerieren, wenn der Nachbar einige Stunden am Tag musiziert. Allerdings haben Gerichte schon einschränkend geurteilt, dass Instrumente nicht in den Abendstunden gespielt werden dürfen.

Langes, lautes Duschen gilt in der Regel als Lärmbelästigung. Arbeitet die duschende Person im Schichtdienst oder geht einem körperlich anstrengenden Job nach, müssen angrenzende Nachbarn die Duschzeiten jedoch hinnehmen.

Wie kann man sich gegen Lärmbelästigung wehren?

Wenn Nachbarn trotz mehrmaligen Bittens, die Lärmbelästigung zu unterlassen, weiter laut sind, kann die Polizei hinzugezogen werden. Diese kann einerseits die Ruhestörung bezeugen und hat andererseits die Möglichkeit, beispielsweise die Musikanlage zu beschlagnahmen, wenn die Beamten zum wiederholten Mal wegen des gleichen Grunds ausrücken mussten.

Mieter haben darüber hinaus die Möglichkeit, ihren Vermieter einzuschalten. Hierfür sind Zeugen wichtig, die die Lärmbelästigung bestätigen. Handelt der Vermieter nicht, können Mieter mit einer Mietminderung drohen. Zum gleichen Mittel können sie greifen, wenn es anhaltenden Baustellenlärm im Mietshaus oder davor gibt. Allerdings ist es hier ratsam, sich von Experten, etwa einem Mieterschutzbund oder einem Anwalt, helfen zu lassen.

Schließlich können Geschädigte eine Anzeige wegen Ruhestörung bei der Polizei oder eine Lärmanzeige beim Ordnungsamt stellen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer sogenannten strafbewehrten Unterlassungserklärung. Unterzeichnet der Lärmverursacher diese, verpflichtet er sich, weitere Ruhestörungen zu vermeiden. Verstößt er dagegen, kommt auf ihn eine Vertragsstrafe zu. Weigert sich der Ruhestörer, die Erklärung zu unterzeichnen, können Verbraucher gerichtlich gegen ihn vorgehen.