Donnerstag , 21 September 2017
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Verspätung bei Zugreisen

Wer regelmäßig mit der Bahn unterwegs ist, hat mit Zugverspätungen sicherlich schon Erfahrungen gemacht. Dabei ist es nicht nur ärgerlich, wenn Bahnreisende zu spät ankommen, sondern auch, wenn sie ihren Anschlusszug verpassen oder sogar auf einem Bahnhof stranden. Zugreisende können dann ihr Geld oder zumindest ein Teil der Fahrtkosten zurückverlangen.

Bahn fahren: Bei Verzögerungen ist die Verspätung am Ziel entscheidend

Zugverspätungen müssen Bahnreisende nicht einfach hinnehmen. Durch die Verordnung des Europäischen Parlaments über die Rechte und Pflichten der Fahrgäste im Eisenbahnverkehr haben sie seit Ende 2009 Anspruch auf Erstattung bei Zugausfall oder -verspätung.

Reisende haben im Wesentlichen zwei Optionen, die sie auch beide nutzen können. Sie sind davon abhängig, ob eine Verspätung bereits vor Reiseantritt absehbar ist oder es erst während der Zugfahrt zu Verzögerungen kommt. Wichtig: In beiden Fällen ist nicht die Verspätung zu Beginn der Reise entscheidend, sondern mit wie viel Verzug die Fahrgäste ans Ziel kommen.

Wie viel Geld bekommen Bahnreisende wann zurück?

Ist absehbar, dass die Verspätung am Zielort mindestens 20 Minuten beträgt, können Reisende der Deutschen Bahn einen anderen Zug nutzen, die Zugbindung entfällt. Ausnahmen gelten bei stark ermäßigten Fahrkarten, zum Beispiel das Länder- oder Schönes-Wochenende-Ticket. Kommt der Zug mindestens 60 Minuten zu spät, können Reisende gegen die Auszahlung des vollen Fahrpreises auf die Fahrt verzichten. Wer nur einen Teil der Strecke fährt, bekommt den Rest der Zugreise erstattet.

Sitzen Reisende bereits im Zug und dieser verspätet sich mindestens 60 Minuten am Zielbahnhof, haben sie Anspruch auf eine 25-prozentige Erstattung des Ticketpreises für die einfache Fahrt. Ab 120 Minuten werden 50 Prozent ausgezahlt. Bei Zeitkarten im Nahverkehr, zu der beispielsweise das Länder-Ticket zählt, sowie bei Monatskarten im Fernverkehr und bei Bahncard 100-Besitzer zahlt die Deutsche Bahn bei Zugverspätung eine Pauschale aus. Da die Bahn zudem erst Beträge ab vier Euro erstattet, müssen Betroffene gegebenenfalls ihre Tickets sammeln und geschlossen einreichen.

Fahrgastrechte-Formular für jede verspätete Verbindung ausfüllen

Um ihre Ansprüche geltend zu machen, haben Bahnkunden maximal ein Jahr nach Ablauf der Gültigkeit der Fahrkarte Zeit. Um diese durchzusetzen, ist es hilfreich, sich die Verspätung von einem Mitarbeiter der Bahn schriftlich bestätigen zu lassen. Dann bekommen sie in der Regel sofort in einem DB-Reisezentrum ihr Geld ausgezahlt. Dazu brauchen sie das ausgefüllte Fahrgastrechte-Formular und die Originalfahrkarte.

Wer den schriftlichen Weg wählt, muss für jede Verspätung ein Formular ausfüllen sowie das Ticket als Kopie einreichen. Der Brief geht dann an das Servicecenter Fahrgastrechte in 60647 Frankfurt am Main. Kommt es zu Problemen bei der Erstattung, können sich Verbraucher an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr wenden.

Übrigens: Bei Verspätungen ab einer Stunde haben Reisende auch Anspruch auf Verpflegung, zumindest im Fernverkehr. Bleibt diese aus, sollten Fahrgäste gezielt danach fragen.