Samstag , 21 Oktober 2017
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Patientenverfügung

Neben dem Testament ist die Patientenverfügung das wichtigste Dokument zur Vorsorge. Schließlich können Ärzte heutzutage oftmals das Leben im Falle von schweren Unfällen oder Erkrankungen weit über das Maß erhalten, das manchen Menschen recht ist. Daher kann mit der Patientenverfügung genau geklärt werden, welche lebensverlängernden Maßnahmen in welcher Situation ergriffen beziehungsweise nicht ergriffen werden dürfen. Dabei gibt es für Patienten ein paar Stolperfallen.

Wozu dient die Patientenverfügung?

Die Patientenverfügung ist das beste Werkzeug den eigenen Willen hinsichtlich verschiedener medizinischer Maßnahmen festzuhalten. Denn leider können Patienten diesen nicht immer äußern. Zwar besteht die Möglichkeit, die eigenen Wünsche hinsichtlich künstlicher Ernährung, Wiederbelebung und ähnlicher ärztlicher Eingriffe mit den Angehörigen zu besprechen und sich im Notfall auf diese zu verlassen. Allerdings sind sie im Ernstfall ohnehin schon emotionalen Belastungen ausgesetzt. Eine Patientenverfügung entlastet sie. Zusätzlich verringert sich die Gefahr, dass sie den Willen des Patienten falsch interpretieren oder wiedergegeben.

Das muss bei einer Patientenverfügung beachtet werden

Damit eine Patientenverfügung rechtskräftig ist, muss sie einige Voraussetzungen erfüllen. Zum einen muss zweifelsfrei feststehen, dass das Urteilsvermögen nicht schon beim Schreiben der Verfügung getrübt war. Das heißt: Nur wer im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, kann eine wirksame Patientenverfügung erstellen. Der geäußerte Wille muss zum anderen zum Zeitpunkt der infrage kommenden Behandlung noch aktuell sein. Hat der Patient also beispielsweise in der Zwischenzeit nachweisbar seine Meinung zu der jeweiligen Behandlung geändert, können und müssen die Ärzte die Verfügung außer Acht lassen.

Der Patient muss sich weiterhin zu der jeweiligen Behandlungsmaßnahme beziehungsweise Behandlungssituation geäußert haben. Zu guter Letzt ist die Verfügung natürlich nur gültig, wenn sie nicht auf äußeren Druck oder aufgrund eines Irrtums zustande gekommen ist.

Wie muss die Verfügung aussehen?

Ist eine der Bedingungen nicht gegeben, muss die Patientenverfügung zumindest für die konkrete Situation für ungültig erklärt werden. Daher ist es wichtig, dass sich Menschen, wenn sie ihren Willen formulieren, sehr genau ausdrücken. Es gibt zwar Vordrucke und Muster für die Patientenverfügung im Internet. Jedoch kann ein solcher Vordruck unmöglich den eigenen Willen hundertprozentig wiedergeben und sollte nur als Orientierung dienen. Es ist also sinnvoll, die Verfügung selbst zu verfassen und schriftlich zu hinterlegen. Dabei ist die schriftliche Form vorgeschrieben.

Kann das Schriftstück selbst nicht unterschrieben werden, muss entweder das Handzeichen vom Notar beglaubigt oder die Verfügung beurkundet werden. Wer die Verfügung selbst unterschreiben kann, muss diese nicht beglaubigen lassen. Wichtig ist jedoch, dass das Schreiben im Fall des Falles auch gefunden wird. Angehörige sollten also wissen, dass eine Verfügung existiert und wo sich diese befindet.

Müssen Ärzte die Verfügung beachten?

Im Übrigen machen sich Ärzte und anderes medizinisches Personal strafbar, wenn sie eine vorliegende, wirksame Patientenverfügung missachten. Sie sind an den Willen des Patienten gebunden. Die einzige Ausnahme: Wenn die Regelungen in der Verfügung einer Tötung auf Verlangen entsprechen, muss die Verfügung ignoriert werden. Schließlich ist diese in Deutschland nicht erlaubt.