Samstag , 21 Oktober 2017

Ökostrom

Mit Ökostrom kann jeder einen kleinen Beitrag gegen den Klimawandel leisten. Wer sich für einen Stromanbieter entscheidet, der die elektrische Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewinnt, unterstützt auch den Bau neuer Anlagen, um weiteren grünen Strom zu gewinnen. Doch nicht jeder Anbieter, der seinen Ökostrom mit Zertifikaten bewirbt, liefert tatsächlich Ökostrom.

Was ist Ökostrom?

Von Ökostrom wird gesprochen, wenn aus erneuerbaren Energien wie Wind, Wasser, Biomasse, Erdwärme und Sonne auf ökologisch vertretbare Weise elektrische Energie hergestellt wird. Bei der Erzeugung entstehen keine CO2-Emissionen. Besonders viel Ökostrom wird aus Windkraftanlagen gewonnen.

Wer sich für einen Ökostrom-Tarif entscheidet, erhält jedoch nicht zwangsläufig reinen grünen Strom aus der Steckdose. Denn in das deutsche Stromnetz fließen sowohl Strom aus erneuerbaren Energien als auch konventionell gewonnener Strom, etwa aus Kohle oder einem Atomkraftwerk. Der Anbieter verpflichtet sich allerdings, genauso viel Ökostrom in das Netz zu speisen, wie es mit seinen Kunden vereinbart ist.

Siegel und Zertifikate: Wie sauber ist Ökostrom?

Bei der Auswahl eines passenden Anbieters gibt es einiges beachten. Verbraucher, die nur Unternehmen unterstützen wollen, die sich dem grünen Strom komplett verschrieben haben, sollten beispielsweise darauf achten, dass der Stromversorger keine weiteren Tarife zur Auswahl hat, bei denen der Strom aus nicht erneuerbaren Energien stammt.

Auch bei den verschiedenen Zertifikaten gilt Vorsicht. Denn nicht überall, wo Ökostrom versprochen wird, erhalten Kunden diesen auch. Das RECS-Zertifikat besagt beispielsweise nicht, dass der Anbieter eigenen Ökostrom herstellt. Stattdessen kann damit konventioneller Strom als Ökostrom deklariert werden. Dazu kaufen sich Unternehmen einfach den zertifizierten Strom bei anderen Firmen ein, auch aus dem Ausland. Dieser Vorgang wird als Greenwashing bezeichnet. Kunden unterstützen somit nicht direkt den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland. Zwar soll das RECS-Zertifikat durch das EU-weite EECS-Zertifikat abgelöst werden. Doch der Handel mit Zertifikaten wird dadurch nicht unterbunden.

Hilfreicher sind dagegen Gütesiegel, etwa vom TÜV Nord oder TÜV Süd, das ok-power-Label und das Grüner Strom Label. Sie besagen, dass der Strom zu 100 Prozent aus Wind, Wasser, Sonne, Biomasse oder Erwärme gewonnen wird. Je nach Siegel muss zudem ein fest geregelter Anteil des Stroms aus Neuanlagen stammen. Somit soll sichergestellt werden, dass die Stromanbieter weiter in neue Anlagen investieren.

Ist Ökostrom teurer als normaler Strom?

Viele Verbraucher scheuen sich, ihren Anbieter zu wechseln, da sie für Ökostrom nicht mehr Geld ausgeben wollen. Doch oftmals ist der grüne Strom günstiger als man denkt. „Wer noch nie seinen Tarif gewechselt hat, kann mit Ökostrom sogar sparen“, so Stiftung Warentest. Denn dann stecken Verbraucher in der Grundversorgung, was meist die teuerste Wahl ist. Der Verbraucherzentrale zufolge befindet sich circa jeder dritte Haushalt in solch einem Grundversorgungstarif (siehe hier).