Donnerstag , 21 September 2017

Öko-Fonds

Viele Anleger wollen ihr Geld „grün“ anlegen, also in Unternehmen investieren, die keine Geschäfte mit Umweltverschmutzung, Rüstung, Atomkraft und Co. machen. 2015 sollen es laut dem Forum nachhaltige Geldanlage 20,6 Milliarden Euro gewesen sein, die in Öko-Fonds geflossen sind. Diese Zahl beeindruckt zunächst. Doch angesichts des deutschlandweiten Investitionsvolumens von 883 Milliarden Euro in sogenannte Publikumsfonds machen die Öko-Fonds insgesamt nur einen kleinen Anteil aus.

Öko-Fonds werden unterschiedlich ausgelegt

Das Interesse an Öko-Fonds mag groß sein. Dennoch fließt das Geld der Anleger dafür noch zu selten in nachhaltige Fonds. Ein Grund für die Zurückhaltung dürfte die fehlende eindeutige Definition von grünen Geldanlagen sein. Schon bei den Bezeichnungen gibt es Unterschiede, wie Stiftung Warentest berichtet. Manche Institute nennen die Angebote ethisch-ökologisch, andere nachhaltig. Dies führt wiederum dazu, dass die Öko-Fonds nur schwer miteinander vergleichbar sind. Denn je nach Auslegung des Anbieters sind die Fonds mal mehr, mal weniger nachhaltig.

Das zeigt auch eine Untersuchung der Stiftung Warentest zusammen mit der Verbraucherzentrale Bremen. Gleich 39 der 46 untersuchten Öko-Fonds stecken das Geld der Anleger in Unternehmen aus der Kohle-und Ölindustrie. Bei acht Fonds wird in Rüstungsunternehmen investiert, bei fünf in Firmen, deren Erzeugnisse mithilfe von Kinderarbeit hergestellt werden (Quelle: geldanlage-fibel.de).

Öko-Fonds nach dem Best-in-Class-Prinzip

Um herauszufinden, wie viel „Öko“ wirklich in einem Öko-Fonds steckt, kommen Interessierte nicht daran vorbei, sich genauestens zu informieren. Dazu gehört vor allem die Frage, was der Anbieter unter grüne Investments versteht. Ist herauszufinden, in welche Unternehmen investiert wird, lohnt es sich zudem, auch auf diese einen intensiven Blick zu werfen. Viele Öko-Fonds sind beispielsweise nach dem „Best-in-Class“-Ansatz aufgebaut. Hierbei fließt das Geld in die Unternehmen, die innerhalb einer Branche am nachhaltigsten im Vergleich zur Konkurrenz sind. Da jedoch keine Branche ausgeschlossen wird, kann es sein, dass auch Kapital in einen Ölkonzern fließt.

Je enger Anleger die Kriterien festlegen, wie das Geld angelegt werden darf, umso mehr geraten sie in ein Dilemma. Denn wenn es nur wenige Wertpapiere gibt, die die Kriterien erfüllen, können Fondsmanager beziehungsweise die Anbieter von Öko-Fonds das Geld kaum auf verschiedene Anlagen streuen. Dabei lautet eine Grundregel bei der Kapitalanlage, die Investition möglichst breit zu streuen, um das Risiko des Totalverlusts zu minimieren. Interessierte müssen daher ihre Investitionsstrategie genau abwägen und entscheiden, wie viel Risiko sie mit einem ganz bestimmten Öko-Fonds eingehen wollen.