Donnerstag , 21 September 2017
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Studienfinanzierung

Das Abi in der Tasche und nun ab an die Uni: Immer mehr Abiturienten entscheiden sich für ein Studium. Doch dies ist teuer und muss auch irgendwie finanziert werden. Grundsätzlich ist es daher ratsam, schon vor Studienbeginn einen Finanzplan aufzustellen. Denn der durchschnittliche Bedarf zum Leben liegt derzeit bei etwa 800 Euro pro Monat. Für Studenten empfiehlt es sich daher, genau zu durchdenken, wie sie ihre Ausgaben decken können. Dafür gibt es verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten.

  • Kindergeld
  • BAföG
  • Stipendium
  • Nebenjob
  • Wohngeld

Studienbeginn: Wer bezahlt Leben, Wohnung und Gebühren?

Die meisten Studenten finanzieren sich durch die Unterstützung der Eltern. Diese sind gesetzlich sogar dazu verpflichtet, ihren Kindern bei der Erstausbildung unter die Arme zu greifen. Bis zu 735 Euro müssen sie den Auszubildenden monatlich zur Verfügung stellen. Einen Teil davon kann das Kindergeld decken, welches Eltern bis zum Ende des 25. Lebensjahres für jedes Kind in der Ausbildung erhalten. Doch nicht immer reicht das elterliche Einkommen aus, um die Kosten für das Studium zu tragen.

BAföG: Staatlicher Zuschuss als Finanzierungshilfe

In diesen Fällen hilft das BAföG bei der Finanzierung. Hierbei erhält der Student jeden Monat einen nach dem Einkommen der Eltern berechneten Betrag, der zu jeweils 50% aus einem zinslosen Darlehen sowie einem staatlichen Zuschuss besteht. BAföG kann über die gesamte Regelstudienzeit oder bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres ausgezahlt werden. Ab dem Wintersemester 2016/17 beträgt der monatliche Höchstsatz 735 Euro.

Die Rückzahlung von maximal 10.000 Euro startet spätestens fünf Jahre nach Ende des Studiums und kann bei Ratenzahlung auf 20 Jahre gestreckt werden. Bis zu 50% der rückzahlungspflichtigen Summe erlässt der Staat den Studenten, wenn sie größere Anteile oder gar den vollständigen Betrag auf einmal tilgen. Um BAföG zu bekommen, stellen Studierende einen entsprechenden Antrag. Dieser wird geprüft und anschließend jeweils für ein Jahr bewilligt. Die Formulare dafür erhalten Anwärter beim Studentenwerk oder dem BAföG-Amt der Stadt.

Keinen Anspruch auf BAföG: Welche anderen Optionen haben Studenten?

Eine weitere Möglichkeit zur Studienfinanzierung ist das Stipendium. Ähnlich wie das BAföG müssen auch Stipendien beantragt werden. Neben dem Einkommen der Eltern sind hier aber vor allem die schulischen und universitären Leistungen sowie ehrenamtliches Engagement von Bedeutung. Beiträge aus einem Stipendium müssen wiederum in den meisten Fällen nicht zurückgezahlt werden, weshalb nur wenige Studenten in den Genuss dieser Förderung kommen. Die Zahl der Stipendiaten steigt allerdings immer weiter an, so förderte im Jahr 2015 beispielsweise allein das Deutschlandstipendium 24.300 Studenten. Als Alternative dazu gibt es verschiedene Formen von Studienkrediten, welche jedoch häufig an recht hohe Zinssätze geknüpft und mit langen Laufzeiten versehen sind. Auch diese werden monatlich ausgezahlt und müssen nach Beendigung des Studiums getilgt werden.

Nebenjobs: Besonders bei Arbeitgebern gern gesehen

Etwa zwei Drittel der Studenten nehmen zur Finanzierung des Studiums außerdem einen Nebenjob auf. Besonders beim Übergang in den Beruf kann dies von Vorteil sein, weil Arbeitgeber eine solche Eigeninitiative schätzen. Studentische Jobbörsen oder die Universitäten bieten verschiedene Minijobs an. Dabei sollten Studenten jedoch darauf achten, dass das Studium stets im Vordergrund steht und sie eine Wochenarbeitszeit von 20 Stunden nicht überschreiten. Andernfalls bekommen sie weniger BAföG oder müssen höhere Sozialabgaben und Krankenkassenbeiträge leisten. Die Mehrarbeit lohnt sich demnach finanziell nicht.

Ergänzend können Nicht-BAföG-Berechtigte außerdem Wohngeld beantragen. Dieses dient als Mietzuschuss, ist allerdings an ein regelmäßiges Einkommen geknüpft.