Dienstag , 27 Juni 2017
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Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis

Den tägliche Klatsch im Büro, den Wunsch nach mehr Gehalt oder Probleme mit dem Vorgesetzten besprechen die meisten Angestellte mit dem Partner zu Hause. Viele Belange, über die sich Arbeitnehmer am Abend mit der Familie oder Freunden austauschen, sind auch nicht geheim. Einige Informationen hingegen dürfen Mitarbeiter auf gar keinen Fall ausplaudern. Einige wissen jedoch gar nicht, was ein Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis eigentlich ist. Dabei drohen Arbeitnehmern schnell rechtliche Konsequenzen, wenn sie interne Daten weitersagen.

Was ist ein Betriebsgeheimnis?

Prinzipiell gelten solche Informationen als geheimhaltungsbedürftig, die nicht offensichtlich oder leicht über das Unternehmen herauszufinden sind. In der Regel sind diese Daten nur für Unternehmensangehörige zugänglich. Arbeitnehmer müssen zum Beispiel Interna wie besondere Fertigungsmethoden, Rezepturen, Computerprogramme oder Techniken gegenüber Dritten, Wettbewerbern sowie der Öffentlichkeit geheim halten. Für manche Berufsgruppen wie etwa Ärzte, Bankangestellte und Rechtsanwälte gilt sogar eine besondere Pflicht der Geheimhaltung.

Geschäftsgeheimnis verraten: Welche Folgen drohen Mitarbeitern?

Plaudern Angestellte ein Betriebsgeheimnis aus, kann dies unangenehme Folgen nach sich ziehen. In vielen Fällen werden Betroffene direkt vom Arbeitgeber gekündigt. Werden Interna absichtlich verraten, können noch schlimmere Konsequenzen folgen. Personen, die geheimhaltungsbedürftige Informationen an Wettbewerber weitergeben, dem Chef durch die Weitergabe der Daten schaden oder einen eigenen Nutzen daraus ziehen wollen, droht eine strafrechtliche Verfolgung. Der Verrat wird in der Regel mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet. Erleidet die Firma einen Schaden durch das Verraten des Geheimnisses, darf sie sogar Schadenersatzansprüche geltend machen.

Betriebsgeheimnis weitersagen: Ausnahme für Whistleblower

Arbeitnehmer, die Betriebsgeheimnisse weitersagen, verstoßen in der Regel gegen vertragliche Pflichten und können daher fristlos gekündigt werden. Anders verhält es sich mit sogenannten Whistleblowern. Sie weisen auf extreme Missstände oder Fehlverhalten im Unternehmen hin, die beispielsweise Menschenleben oder die Umwelt bedrohen. Zwar dringen interne Daten oder Zustände von dem Unternehmen an die Öffentlichkeit, allerdings decken Whistleblower meistens illegales Handeln auf. Damit verstoßen sie jedoch nicht gegen ihre vertraglichen Pflichten. Dennoch gehen Whistleblower große Risiken ein, da aktuell kein rechtlicher Schutz für solche Personen besteht. Sobald ihre Hinweise publik werden, müssen Betroffene damit rechnen, dass sie ihren Job, ihr soziales Ansehen verlieren oder etwa vor Gericht kommen.

Als Whistleblower gelten nur Personen, die uneigennützig handeln. Das Wissen sollte nicht dazu dienen, Rache am eigenen Chef zu üben oder einen eigenen Vorteil herauszuschlagen. Wichtig ist auch, dass Hinweisgeber zuerst versuchen, die bestehenden Probleme innerhalb des Unternehmens anzusprechen. Bleiben die Missstände jedoch weiter bestehen, ist es sinnvoll die Situation in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.