Sonntag , 19 November 2017
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Nach Masern jetzt Keuchhusten: Vermeidbare Krankheiten erfassen Deutschland

Zuerst war es eine Masernwelle, die Ärzte und Eltern in Deutschland zutiefst beunruhigte, nun werden immer mehr Keuchhustenfälle gerade bei Kindern diagnostiziert. Dabei lassen sich beide Krankheiten durch Impfungen verhindern. Doch die Zahl der Impfgegner und -skeptiker wächst – Und damit auch der Verlust des sogenannten Herdenschutzes.

Mehr Impfgegner – mehr Krankheitsausbrüche

2015 und 2016 kamen viele Berliner Kinderärzte in ihren Praxen gar nicht mehr mit dem Behandeln und Impfen hinterher. Denn eine Masernwelle hielt die Hauptstadt in Atem. Doch nicht nur in Berlin, auch in anderen Teilen Deutschlands kam es zu kleineren und größeren Masernausbrüchen. Der Grund für die Häufung von Masernfällen: Immer mehr Eltern verzichten darauf, ihre Kinder impfen zu lassen. Das betrifft nicht nur Masern. Diese Krankheit ist bis auf wenige Fälle mit tragischen Komplikationen, die zum Tode führen, noch harmlos. Bei Keuchhusten kommt es zwar selten zu tödlichen Verläufen, bei jedem vierten Patienten treten allerdings Komplikationen auf und die Krankheit zieht sich oft wochen- oder gar monatelang hin.

Keuchhusten-Welle gefährdet ungeschützte Personen

Nun hat also eine Keuchhusten-Welle Deutschland erfasst. Ärgerlich ist das nicht nur für Kinderärzte, die damit mehr zu tun bekommen und nun eben jene Kinder versorgen müssen, deren Eltern keine Impfvorsorge wollten. Denn betroffen sind nicht nur diese Kinder. Babys, die noch nicht geschützt sind und Menschen, die etwa durch eine Erkrankung nicht für eine Impfung infrage kommen oder deren Impfschutz durch eine Immunschwäche nachgelassen hat, können ebenfalls erkranken. Gerade bei einem geschwächten Immunsystem sind die Auswirkungen zudem zuweilen sehr viel gravierender.

Wie funktioniert die Herdenimmunität?

Normalerweise sind diese Menschen durch die sogenannte Herdenimmunität geschützt. Das bedeutet, sind zirka 95 Prozent der Bevölkerung durch eine Impfung oder durch bei einer vorherigen Erkrankung erworbene Antikörper vor einer Ansteckung geschützt, dann ist das Risiko sehr gering, als nicht geimpfter Mensch zu erkranken. Sinkt jedoch der Anteil der geimpften Menschen, können sich die Erreger ausbreiten. Das Risiko von Krankheitswellen steigt.

Deshalb rät das Robert-Koch-Institut alle empfohlenen Impfungen wahrzunehmen und gegebenenfalls nachzuholen. Die Gefahr von schädlichen Impfreaktionen ist bei den empfohlenen Immunisierungen sehr gering.