Samstag , 21 Oktober 2017
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Gesund ist anders: foodwatch findet Mineralöle in Süßigkeiten

Nicht einmal ein Jahr ist es her, da hat die Verbraucherorganisation foodwatch 120 Lebensmittel auf Mineralölrückstände untersucht. Über 20 Prozent der Produkte aus Deutschland waren damals belastet, viele Hersteller versprachen Besserung. Doch auch im aktuellen Test wurden erneut Rückstände nachgewiesen. Drei der 20 Süßigkeiten sollten sogar zurückgerufen werden, so die Forderung von foodwatch.

Schädliche Mineralöle in 3 von 20 Süßwaren gefunden

Der Verbraucherorganisation foodwatch zufolge sollte man die Ferrero Kinder Riegel, die Lindt Fioretto Nougat Minis und die Sun Rice Classic Schoko Happen künftig meiden. Denn in einem aktuellen Test wurden in den Süßigkeiten Rückstände aromatischer Mineralöle gefunden. Diese werden von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit als möglicherweise krebserregend und erbgutverändernd eingestuft, so die Tester. Eine ganz andere Auffassung vertritt hingegen der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie. In einer Stellungnahme heißt es:, dass Lebensmittel mit Spuren von Mineralölbestandteilen „unbedenklich gegessen werden können, zumal sie an der Gesamternährung nur einen geringen Anteil haben.“

12 von 20 Süßigkeiten bestehen Mineralöl-Test

In fünf Produkten wurden zudem gesättigte Mineralöle nachgewiesen. Bei diesen ist zwar nicht belegt, welchen Schaden sie dem menschlichen Körper zuführen können. Bei Tieren kam es jedoch zu Organschäden durch gesättigte Mineralöle. Hierbei handelt es sich um die Gut und Günstig Edel Rahm Schokolade (34 Prozent Kakaoanteil), die Lindt Excellence Schokolade (70 Prozent Kakao), die Rewe Beste Wahl Nougatschokolade, die Gut und Günstig Müsli Riegel Schoko Banane sowie die Funny Frisch Pom-Bär.

Keine oder nur eine geringe Belastung durch gesättigte Mineralöle hat foodwatch bei den folgenden Nahrungsmitteln festgestellt.

  • Lindt – Hello my name is Cookies & Cream
  • Ritter Sport – Nuss-Splitter
  • Ferrero – Hanuta
  • Ferrero – Kinder Country
  • Balisto – Muesli
  • Corny – Schoko Müsliriegel
  • Gletscherkrone – Müsli Riegel Schoko
  • ja! – Schoko Müsli Riegel
  • Clarkys – Karli Kugelblitz Knabber Snack
  • Feurich – Chips Paprika
  • Gut und Günstig – Paprika Chips geriffelt
  • ja! – Kartoffel-Snack mit Paprikawürzung

foodwatch kritisiert, dass die Hersteller der Süßwaren, in denen aromatische Mineralöle gefunden wurden, sich weigern, die Produkte aus dem Verkauf zu nehmen, und wirft ihnen grobe Fahrlässigkeit vor.

Woher kommen die Rückstände von Mineralölen im Essen?

Mineröle können auf unterschiedlichen Wegen in die Süßwaren geraten. Eine mögliche Quelle sind die Säcke, in denen die Kakaobohnen gelagert werden. Diese werden mit Mineralölen behandelt. Doch auch durch Maschinenöle während der Produktion oder sogar über Abgase geraten die Schadstoffe ins Essen, so die Verbraucherorganisation. Häufig sind auch Altpapier-Packungen Schuld an den Rückstanden. „Altpapier enthält neben mineralölhaltigen Druckfarben bis zu 250 weitere Chemikalien, die auf das Lebensmittel übergehen können, falls Recycling-Kartons als Lebensmittel-Verpackung, beim Transport oder bei der Lagerung der Rohwaren zum Einsatz kommen“, weiß foodwatch.