Donnerstag , 27 April 2017
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Mobbing am Arbeitsplatz: Klagen gegen den Chef

Mobbing ist ein verbreitetes Problem am Arbeitsplatz und kann eine ernsthafte Belastung im Berufsalltag werden. Jedoch muss kein Arbeitnehmer Spott, Lästereien, Unterdrückung, Schikane oder Beleidigungen durch den Chef oder die Kollegen einfach so hinnehmen. Mobbingopfer sollten schnellstmöglich aktiv werden und sich nicht in die Opferrolle drängen lassen. Schaffen es Betroffene nicht aus eigener Kraft ihre Situation zu verbessern, ist eine Klage vor Gericht der letzte Ausweg sich gegen Spott und Lästereien zu wehren.

Mobbing: Schmerzensgeldanspruch bei Beleidigungen

Wer am Arbeitsplatz gemobbt wird, kann unter Umständen Schadensersatz oder Schmerzensgeld erhalten. Doch Anspruch auf Schmerzensgeld besteht erst, wenn Mitarbeiter zielgerichtet schikaniert oder benachteiligt werden. Es gibt bereits einige Urteile, in denen Mobbingopfer Recht bekamen. So entschied beispielsweise das Landesarbeitsgericht Niedersachsen (6 SA 2132/03) im Jahr 2005 zugunsten eines Mitarbeiters. Er wurde im Beisein von Kunden von seinem Chef schwer beleidigt. Daraufhin erkrankte der Arbeitnehmer an einer Depression und wurde vom Arzt für zwei Jahre als arbeitsunfähig befunden. Ein Gutachter stellte fest, dass die Beleidung des Vorgesetzten Ursache für die Erkrankung war. Daher bekam das Mobbingopfer vor Gericht Recht und sein Chef musste ihm ein Schmerzensgeld in Höhe von 24.000 Euro zahlen.

Bei Mobbing am Arbeitsplatz aktiv werden

Damit es gar nicht erst zum Mobbing am Arbeitsplatz kommt, sollten Betroffene frühzeitig und offensiv agieren. Am besten ist es, mit dem vermeintlichen „Mobber“ ein persönliches Gespräch zu suchen. Betroffene sollten direkt nachhaken, warum der Gegenüber sich beispielsweise beleidigend äußert und sachlich diskutieren. Getreu dem Motto: „Angriff ist die beste Verteidigung!“ Außerdem sollten sich Mobbingopfer Rückhalt von Familie, Verwandten oder Freunden suchen.

Hilft ein offenes Gespräch mit dem Mobber nicht, um sich selbst aus der Situation zu manövrieren, haben Betroffene die Möglichkeit sich beispielsweise an vertraute Kollegen oder den Betriebsrat zu wenden. Je größer die Gruppe ist, die auf der Seite des gemobbten Mitarbeiters steht, desto mehr schwindet der Mut des Mobbers.

Aber auch Hilfe außerhalb der Firma durch Vereine oder Selbsthilfegruppen bieten moralischen Rückhalt oder geeignete Lösungsvorschläge. Der Austausch von Erfahrungen, Erkenntnissen oder Informationen liefert oftmals hilfreiche Tipps. Doch wenn all diese Maßnahmen nichts helfen und Mobbingopfer zum Beispiel ernsthafte gesundheitliche Probleme davon tragen, gibt es immer noch die Möglichkeit zum Anwalt zu gehen.