Dienstag , 12 Dezember 2017
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Berufsunfähigkeitsversicherung: Stabile Beiträge in Gefahr

Jeder Verbraucher, der eine Versicherung abgeschlossen hat, kennt das leidige Thema Beitragserhöhungen. Mal ist es die Kfz-Versicherung, die teurer wird, mal die Krankenversicherung. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung konnten sich Kunden in der Vergangenheit hingegen weitgehend auf stabile Prämien verlassen. Doch damit könnte bald Schluss sein. In diesem Jahr haben bereits WWK und HanseMerkur an der Preisschraube gedreht, berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ). In Zukunft könnten weitere Versicherer folgen.

Warum können die Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung steigen?

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat, zahlt meistens einen sogenannten Netto-Beitrag. Dieser ergibt sich, in dem der Anbieter Überschüsse mit dem Brutto-Beitrag verrechnet. Die Prämien können sich so deutlich reduzieren. Bleiben die kalkulierten Überschüsse aus oder fallen kleiner aus, wird die Versicherung für den Kunden teurer. Daher ist es wichtig, bei der Wahl des optimalen Tarifs sowohl auf Netto- als auch auf Brutto-Beitrag zu schauen.

Beim Münchener Versicherer WWK sind mehr Versicherte als kalkuliert berufsunfähig geworden. Die sogenannten Risikoüberschüsse, die die Unternehmen erhalten, wenn es weniger Leistungsfälle als gedacht gibt, hat es demnach nicht im berechneten Rahmen gegeben. Also Konsequenz kam es zu Beitragserhöhung von durchschnittlich zehn Euro für einen Teil der Versicherten, die in einem handwerklichen Beruf tätig sind.

Versicherung trotz höherer Prämien besser nicht kündigen

Kunden können sich gegen die Beitragserhöhung in der Regel nur wenig zur Wehr setzen. Denn eine Kündigung ist nur dann sinnvoll, wenn sichergestellt ist, dass sich Betroffene zu ähnlichen Konditionen bei einem anderem Anbieter versichern können. Zudem ist es nicht empfehlenswert, ganz auf den Schutz zu verzichten. Selbst wer erst wenige Jahre vor Renteneintritt berufsunfähig wird, muss die Zeit bis dahin finanziell überbrücken. Ohne die monatliche Rente über die Berufsunfähigkeitsversicherung ist dies nur schwer möglich.