Dienstag , 27 Juni 2017
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Wenn das Kind krank ist: Diese Rechte haben Arbeitnehmer

Ein Kollege nach dem anderen fällt derzeit durch Erkältung oder Grippe aus und man selbst ist froh, dass es einen noch nicht erwischt hat. Doch dann kommt ein Anruf von der Schule oder der Kindertagesstätte: Das Kind ist krank. Berufstätige Eltern kennen diese Situation und auch wenn viele Arbeitgeber Verständnis für den kranken Nachwuchs haben, so gibt es doch immer wieder Fälle, wo vom Arbeitnehmer erwartet wird, das Kind bei den Großeltern oder einem Babysitter unterzubringen.

Das sind die Rechte berufstätiger Eltern

Selbst wenn der Arbeitgeber die Augen verdreht, so haben Eltern nicht nur das Recht ein krankes Kind zuhause zu betreuen. Sie sind sogar dazu verpflichtet, den Nachwuchs entweder selbst zu versorgen oder aber eine Betreuung zu organisieren. Der Arbeitgeber kann dabei allerdings nicht auf die Betreuung durch eine dritte Person bestehen. Eltern mit kranken Kindern steht Sonderurlaub zu. Dieser ist aber gegebenenfalls unbezahlt. Allerdings erklären sich auch manche Arbeitgeber bei kurzfristiger Erkrankung des Kindes bereit, keine Lohnkürzung vorzunehmen.

Eltern, die gesetzlich krankenversichert sind, haben alternativ Anspruch auf das sogenannte Kinderkrankengeld, wenn der Arbeitgeber nicht zahlt. Diese Lohnersatzleistung kann zehn Tage pro Jahr und Kind in Anspruch genommen werden, bei Alleinerziehenden erhöht sich der Anspruch sogar auf zwanzig Tage pro Jahr. Bei mehreren Kindern gilt eine Obergrenze von maximal 25 bzw. 50 Tagen. Jedoch wird das Kinderkrankengeld nur für die Betreuung von Kindern unter zwölf Jahre gezahlt. Zudem handelt es sich nicht um einen vollständigen Lohnausgleich. Das Kinderkrankengeld beträgt vielmehr 90 Prozent des sonstigen Nettoeinkommens abzüglich des Arbeitnehmeranteils zur Sozialversicherung. Der Tageshöchstsatz für die Ersatzleistung beträgt im Jahr 2016 98,88 Euro.

Kitastreik, was nun?

Etwas anders verhält es sich, wenn beispielsweise die Erzieher in der Kindertagesstätte streiken. Hier müssen sich Eltern um eine alternative Betreuung beispielsweise bei den Großeltern bemühen. Zudem gibt es keinen Anspruch auf einen Lohnersatzleistung. Unbezahlter Sonderurlaub ist aber möglich, wenn die Betreuungseinrichtung beispielsweise unvorhergesehen aufgrund eines Wasserrohrbruchs geschlossen werden muss.