Samstag , 21 Oktober 2017
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Riester-Rente wird von Ökonomen kritisiert

Mehrere Ökonomen, darunter einer der Wirtschaftsweisen, verlangen die Abschaffung der Riester-Rente beziehungsweise neue Anreize für Sparer. Dabei trägt vor allem die Niedrigzinsphase dazu bei, dass die Wirtschaftsexperten die Riester-Rente als ineffizient einschätzen. Mit einer als Schäuble-Bond bezeichneten Staatsanleihe sei Verbrauchern hingegen mehr geholfen.

Warum wird die Riester-Rente jetzt kritisiert?

Kritik an der staatlich geförderten Riester-Rente ist keineswegs neu. Die Verträge seien zu intransparent, die Sparmöglichkeiten zu unflexibel. All das wird immer wieder angeführt. Nun steht jedoch die mangelnde Rendite vor allem bei Neuverträgen im Fokus der Riester-Gegner. Denn die Erträge aus der Vorsorge sind durch die Niedrigzinsphase in den Keller gefallen. Insbesondere klassische Riester-Rentenversicherungen, die nicht auf die Investition in Fonds setzen, sondern auf Sicherheit bauen, können kaum noch den inflationsbedingten Wertverlust ausgleichen. Zudem fördere die Riester-Rente vor allem Menschen, die ohnehin sparen. Clemens Fuest, zukünftiger Chef des ifo-Instituts, spricht im aktuellen Spiegel (8/2016) sogar von einer „Umverteilung zugunsten der Gutverdienenden und Finanzdienstleister.“

Staatsanleihe mit Zinsbonus als Gegenvorschlag zur Riester-Rente

Auch Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, moniert an der Riester-Rente, dass diese durch Verwaltungskosten und Provisionen zu teuer und damit ineffizient sei. Die Ökonomen fordern nun ein Umdenken bei der Förderung der Altersvorsorge. Der dienstälteste Wirtschaftsweise Peter Bofinger bringt dabei zum Beispiel den Schäuble-Bond ins Spiel. Dabei handele es sich um eine Staatsanleihe, die Sparer, die die Anleihe für die private Altersvorsorge nutzen, mit einem Zinsaufschlag von ein bis zwei Prozent belohnt.

Ist die Riester-Rente tatsächlich so schlecht?

So sehr die Wirtschaftsexperten die Riester-Rente kritisieren, so sehr ist allerdings auch wahr, dass es bei jeder Form der Altersvorsorge von den persönlichen Lebensumständen abhängt, ob sich diese lohnt oder nicht. Manche Familie mit mehreren Kindern profitiert daher deutlich von der Riester-Rente, da der Staat für jedes Kind einen Zuschuss zur Altersvorsorge gewährt. Im Gegenzug kann sich ein Riester-Vertrag für geringverdienende Alleinstehende schnell zum Nullsummenspiel oder gar Minusgeschäft entwickeln. Eine Altersvorsorge, die sich für alle Menschen empfiehlt, wird es daher wohl auch in Zukunft nicht geben.