Dienstag , 12 Dezember 2017
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Mietrecht: Darf der der Vermieter nächtliches Baden verbieten?

Mieter haben nicht nur eine Menge Rechte, sie müssen sich auch an eine Reihe von Regeln halten. Dazu gehören beispielsweise die allgemeinen Ruhezeiten, die unter der Woche in der Nacht zwischen 22 Uhr und 7 Uhr morgens gelten. Doch betrifft diese Regelung auch Tätigkeiten wie Baden oder Duschen? Und kann der Vermieter durch spezielle Klauseln im Mietvertrag strengere Regeln durchsetzen?

Deutscher Mieterbund informiert: Das dürfen Mieter

Eine volllaufende Badewanne können je nach Bauart des Hauses und der Wasserrohre auch Mieter in anderen Wohnungen hören. Im schlimmsten Fall ist dann das Plätschern im Schlafzimmer des Untermieters deutlich zu vernehmen. Während die entsprechenden Geräusche tagsüber selten stören, kann das Glucksen der Rohre mitten in der Nacht so manchen Bewohner um den wohlverdienten Schlaf bringen. Allerdings sind das Baden und Duschen von den gesetzlich festgelegten Ruhezeiten nicht betroffen. Wer also nach Mitternacht noch ein Vollbad nehmen will, lädt sich zwar gegebenenfalls den Ärger der anderen Mieter auf, ist damit jedoch vollkommen im Recht.

Baden verboten? Gilt eine Klausel in Hausordnung oder Mietvertrag?

Doch was ist, wenn der Vermieter im Mietvertrag oder in der Hausordnung eine spezielle Klausel hinsichtlich erlaubter Badezeiten vermerkt hat? Selbst dann ist eine entsprechende Regelung unwirksam (LG Köln 1 S 304/96). Denn die Benutzung des Badezimmers und somit auch das Baden und Duschen sind im Mieterrecht inbegriffen, auch eine Festlegung spezieller Badezeiten durch den Vermieter ist unzulässig. Zudem gehört beispielsweise das Plätschern des Wassers in der Badewanne zu den normalen Wohngeräuschen und muss daher von den anderen Mietparteien hingenommen werden.

Bei Ärger mit dem Nachbarn: Das Gespräch suchen

Lärmbelästigung ist ein häufiger Streitpunkt zwischen Nachbarn in Mietshäusern. Dabei ist es nicht immer sinnvoll, bei einer Ruhestörung sofort den Vermieter oder gar die Polizei zu rufen. Ratsamer ist es, zuerst das Gespräch mit dem Nachbarn zu suchen. Nicht selten ist sich beispielsweise der Mieter gar nicht bewusst, dass Wassergeräusche auch in den anderen Wohnungen zu hören sind. Zuweilen reicht die Bitte um etwas Rücksicht, um die Ruhestörung zu beenden.